kultursensibel, gendergerecht, inklusiv und traumasensibel

Kultur und Religion

Derzeit leben ca. 18,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dabei macht die Migrantinnen- und Migrantengruppe aus der Türkei mit 1,5 Millionen den größten Teil aus (vgl. Statistisches Bundesamt, 2016). 

Die Frage nach den kulturellen Unterschieden der Pflegeideale scheint eine grundlegende zu sein. Denn zurzeit lebt eher ein geringer Teil der pflegebedürftigen Migrantinnen und Migranten in deutschen Pflegeeinrichtungen. Pflege wird bei Migrantinnen und Migranten als weitestgehend sehr privates und intimes Thema erlebt, das die innerfamiliäre Grenze nur ungerne verlässt. Doch wo früher die Angehörigen die Pflege übernommen haben, scheinen heutzutage neue Bedarfe zu entstehen. Denn nicht alle Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund haben Familien, die diese Aufgabe übernehmen können oder wollen. Zunehmend fehlen die Kapazitäten und Ressourcen innerhalb der Familie, sich um die steigenden pflegerischen Belange ihrer Angehörigen zu kümmern. Entsprechend steigt der Wunsch nach externen Pflegeangeboten für die zu pflegenden Verwandten.

Im Folgenden werden Konzepte und Erfahrungen vorgestellt, wie kultursensible Pflege in Einrichtungen und Quartieren gestaltet werden kann.

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Neue Konzepte für eine zielgruppenadäquate Versorgung älterer muslimischer Menschen

  • Neue Konzepte für eine zielgruppenadäquate Versorgung älterer muslimischer Menschen
    In den 1960er Jahre sind viele Migrantinnen und Migranten nach Deutschland gekommen und zu großen Teilen nicht wieder in ihr Herkunftsland zurückgekehrt. Nun rückt auch die Frage nach potenziellen Pflegemöglichkeiten für türkischstämmige Seniorinnen und Senioren in den Vordergrund, zumal aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Migrantinnen und Migranten im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund rund zehn Jahre früher pflegebedürftig werden.
    Neue Konzepte für eine zielgruppenadäquate Versorgung älterer muslimischer Menschen (PDF), 159 KB

Türkische Seniorinnen und Senioren sind keine homogene Gruppe

  • Türkische Seniorinnen und Senioren sind keine homogene Gruppe
    Man geht immer noch von der Annahme aus, dass türkische Seniorinnen und Senioren von ihren Familien versorgt werden. Das Pflichtgefühl der jüngeren Generation kollidiert aber mit ihrem Lebensalltag. Türkische Seniorinnen und Senioren wünschen sich statt einer vollstationären Unterbringung eher eine durch Angehörige sichergestellte Pflege, die oftmals um die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes ergänzt wird.
    Türkische Seniorinnen und Senioren sind keine homogene Gruppe (PDF), 121 KB

Traumasensibler Umgang mit älteren Migrantinnen und Migranten

Bedarfserhebung als erster Schritt

  • Bedarfserhebung als erster Schritt
    Bevor man mit Dienstleistungsangeboten oder pflegerischen Angeboten auf die Zielgruppe älterer Menschen mit Migrationshintergrund zugeht, macht es Sinn, die Bedarfe bei den Seniorinnen und Senioren, aber auch bei den Angehörigen und bei politischen Akteuren und Verbänden abzufragen. Das Dokument zeigt ein Beispiel für die Planung der Bedarfserhebung anhand der Zielgruppe türkischer Muslime in der Stadt Hückelhoven.
    Bedarfserhebung als erster Schritt (PDF), 576 KB

Fragebögen für Senioren und Angehörige

Auswertung der Befragung, Ergebnisse

Diskussion der Ergebnisse mit der Zielgruppe

Erarbeitung von Dienstleistungsangeboten und baulichen Angeboten

Kriterienraster für bedarfsgerechte Angebote zur Pflege und Betreuung älterer Musliminnen und Muslime in NRW

  • Kriterienraster
    Auf der Basis der Projekterfahrungen wurde ein Kriterienraster zur Evaluation von pflegebezogenen Angeboten für ältere Musliminnen und Muslime in Hückelhoven bzw. in NRW formuliert. Dieses Kriterienraster kann auch bei der Planung neuer Projekte für die Zielgruppe Hilfestellung leisten.
    Kriterienraster (PDF), 128 KB